WMF: Mitmeckern, beruhigen – oder die Klappe halten?

ich seh nichts ich hör nichts ich sag nichts

Häufiges Thema, welches immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, Cyber-Mobbing. Wie wehrt man sich am Besten gegen Hater und was macht den Unterscheid aus?

Immer häufiger sieht und hört man von Beleidigungen im Netz. Dies geschieht häufig auf den Sozialen Netzwerken (Facebook, Google+, Twitter) und in verschiedenen Chats. Die Rede ist hier vom sogenannten Cyber-Mobbing. Betroffen werden davon immer mehr Benutzer, dies scheint auch für den Webmasterfriday-Blog (webmasterfriday.de/blog/mitmeckern-beruhigen-oder-die-klappe-halten)Grund genug zu sein das Thema im Netz mal beleuchten zulassen.

Nach Feierabend (egal ob Schule, Ausbildung oder Beruf) sitzt man eben noch am Rechner und schaut auf Facebook nach was es so neues gibt. Oben rechts sieht man einige Benachrichtigungen; Farmville Einladungen, Geburtstagserinnerungen, Gefällt-mir-Angaben und ein Hinweis von einer Verlinkung in einem Foto oder einem Kommentar. Nichtsahnend wird darauf geklickt und mit jedem gelesenen Wort fängt man an sich unwohler zu fühlen. Ein gezeigtes Foto zeigt einem in einer unangenehmen Lage, wurde „gephotoshopt“ oder es stehen Beleidigungen/Behauptungen im Zusammenhang mit dir. „Herzlichen Glückwunsch“, du bist Opfer vom Cyber-Mobbing geworden! So eine Erfahrung ist alles andere als gut und kann einen stark verletzen. Meist kommen solche Beiträge nicht von irgendwelchen Bekanntschaften, sondern von sogenannten Freunden die man entweder aus dem privaten Umfeld kennt oder im Netz bei verschiedenen Gruppen/Fanseiten kennengelernt hat.

Fragerunde!

Wie verhält man sich da? Zuallererst heißt es ruhe bewahren und richtig handeln. Vom betreffenden Post am besten einen Screenshot machen (inklusiv Kommentare), ebenso die URL vom Poster kopieren, da der Name nicht wirklich ausschlaggebend ist. Im nächsten Schritt sollte man über entsprechende Meldefunktionen versuchen den Post zu sperren. Was viele immer wieder vergessen sind rechtliche Schritte (dafür die Screenshots).

Oder soll man diese Pöbeleien einfach ignorieren? Ignorieren ja, aber nicht unterm Teppich kehren. Ignorieren bedeutet hier, dass man die Behauptung im Raum stehen lässt und es andere noch sehen können. Im schlimmsten Fall kommen „Trittbrettfahrer“ und spinnen dort weiter wo aufgehört wurde.

Bestärkt man damit die Krawallmacher; oder schwächt man sie, nach dem Motto: never feed the troll? Dies ist von Person zu Person unterschiedlich. Internet-Trolls leben meist von einer Reaktion, aber die muss auch nicht unbedingt von der betreffenden Person kommen. In sozialen Netzwerken hat man eine viel größere Reichweite und kann damit mehr erreichen, als wenn man einmalig eine Person auf der Straße beleidigt. Andere können sich aber durch das komplette ignorieren weiter gereizt werden und härtere Geschütze auffahren um zu testen, wo die Grenzen sind.

Das führt dann aber unweigerlich zu einer weiteren Spreizung der Social-Media-Schere, oder? Nicht unbedingt, die „Social-Media-Schere“ spiegelt die eigentlichen sozialen Unterschiede nur wieder. Jemand der privat höfflich und zuvorkommend ist, wird im Internet nicht zu Mister Hyde mutieren, außer natürlich, er spielt im realen Leben nur diese Person (frei nach Oscar Wilde: „Gib dem Menschen eine Maske und er wird dir die Wahrheit sagen“).

Gibt es eine aufgeklärte Social-Media-Szene, und eine „bildungsferne Dumpfbacken-Szene“, die sich immer weiter voneinander entfernen? Wenn man der Presse und den Nachrichtendiensten glauben sollte, dann ja (Lügenpresse würde hier manch einer schreien). Das Problem ist hier denke ich mal, dass man meist nur extreme Beispiele hat. Entweder es gibt die Sozialen Menschen, die fast schon eine Aura der Nettigkeit versprühen oder es gibt die schwarzen Internetschafe, alles was dazwischen ist, wird kaum bis gar nicht beachtet, somit kommt einem der Unterschied so krass vor.

Ist das in der Gesellschaft dann auch so? Ja, da die Gesellschaft auch aus den virtuellen Personen besteht, dürfte diese deckungsgleich sein. Personen die im realen Leben über einen lästern findet man zwar auch, allerdings ist das Publikum meist kleiner und es bleibt auch nur in einer gewissen Gruppe. Somit bekommt man solche Angriffe meist viel später zu spüren (was es nicht leichter macht damit umzugehen).

Wie verhält man sich am besten, was meinst du? Wie schon oben erwähnt Ruhe bewahren und nötige Schritte einleiten. Bei dem Thema Cyber-Mobbing sollte man sich auch nicht auf Petitionen oder härtere Strafen versteifen. Wichtiger und effektiver wäre eine flächendeckende Aufklärung. Vor allem die Privatsphären Einstellungen bei vielen Profilen sind recht dürftig. Dies bietet natürlich auch unbekannten Personen eine große Angriffsfläche. Auch das Thema, was man ins Internet stellen „darf“ spielt eine wichtige Rolle. Viele beschweren sich über den gläsernen Internet-Menschen, posten aber regelmäßig teils sensible Daten, welche nicht jedem offenbart werden sollte. Auch das Thema der Anonymität darf nicht vergessen werden , ist die Person – die mir virtuell gegenübersitzt – wirklich die, für die ich Sie halte („On the Internet, nobody knows you are a Dog)?

Fazit: Cyber-Mobbing ist keine schöne Sache und wünsche ich niemanden. Man sollte online und privat aufpassen, wem man vertraut. Die richtige und effektive Maßnahme ist aber Aufklärung anstatt pauschal zu versuchen einzelne Probleme zu bewältigen. Oder kurz, „Das Übel an der Wurzel packen und kräftig herausziehen“.


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