Namensherkunft

What the hell ist "Tüddeldraht"

Jeder hat einen Spitznamen, den Meisten fällt dieser auch einfach so in den Schoss. Ich selber habe mir meinen selber ausgesucht und versuche diesen – meist vergeblich – auch durchzusetzen. Über die Bedeutung, die hinter meinen Namen steckte, hatte ich mir vorher nie Gedanken gemacht, bzw. wusste ich es teilweise schon. Das genaue „Nachforschen“ (5 Minuten Google) war dennoch interessant und hat neben dem bekannten auch weiteres ans Licht gebracht.

Vielfach bekomme ich die Frage gestellt, wer oder was dieser Tüddeldraht eigentlich ist. Ganz grob gesagt, ich.

Wie kam es aber zu diesen merkwürdigen Namen? Ninja, anders als andere Spitznamen, war ich so frei, mir diesen selber auszusuchen. Soll heißen, dass bevor ich den verwendet habe, mich auch niemand vorher so genannt hatte oder irgendwie auf die Idee gekommen wäre. Den Namen habe ich spontan ausgesucht, bei einer Pilgerfahrt (jaja, Kirche und so…) nach Italien saßen eines Abends alle Mitinsassen Reisenden zusammen und hatten sich über Bluetooth ein paar Sachen zugeschickt. Dabei fanden es einige – darunter auch ich – besonders lustig, unseren Handys absurde Namen zu geben, ich wählte damals natürlich Tüddeldraht. Geschuldet war es dem ersten Werner-Film (durch den Nachnamen muss man die einfach mögen), dort sagte Meister Röhrig zu Werner – seinem Lehrling – als dieser nach einer Anhängerkupplung für sein Mofa fragte: „… N‘ Stück Schweißdraht und tüddelst das hier ‚rum …“. Im Kopf sind damals lediglich Tüddel und Draht geblieben, daraus hatte sich dann mein Verstand das Wort Tüddeldraht zusammen geschustert.

Kurzer Einschub an dieser Stelle. Ich weiss, dass in manchen Gegenden Tüddeldraht/Tüdeldraht geläufig für ein Stück Draht ist.

In den letzten Tagen hatte ich mal nach der Wortdefinition von „Tüddel“ gesucht und musste feststellen, dass die Bedeutung dieses Wortes ganz gut zu mir passt.

„durch den Tüdel kommen“ – „etwas durcheinander bringen; sich irren“
www.Redensarten-Index.de

Eine Tüddel-Lise ist jemand, der ein bisschen rumspinnt, Geschichten erfindet oder verwirrt ist. Besonders im Norddeutschen Raum verbreitet. „Mensch Paula, Du alte Tüddel-Lise, du hast unser Meeting verpasst.“
www.Superslang.de

„tüdelig/tüddelig sein, in Tüdel/Tüddel geraten/bringen“ – „durcheinander sein/bringen“
www.Spiegel.de; Die Zwiebelfisch-Kolumne

Bedeutungen:
[1] norddeutsch: unruhig Gegenstände betasten beziehungsweise hin und her bewegen, dabei mehr Verwirrung als Ordnung erzeugen
[2] intransitiv, norddeutsch: sich mit unwichtigen Dingen beschäftigen, Zeit verplempern

Beispiele:
[1] Hör auf zu tüddeln! Das macht mich nervös!
[2] Peter tüddelte aus Langeweile, statt etwas Sinnvolles zu tun.
de.Wiktionary.org

Was hier natürlich hervorgeht, ist das Tüddel gleichzusetzen mit verwirrt, durcheinander oder auch unruhig bedeutet. Wenn man nun Verwirrt und durcheinander in eine humoristische Bahn lenkt, dann kann ich mich definitiv damit identifizieren. Auch im realen Leben verhaspel ich mich hin und wieder oder lasse mich … oh ein Schmetterling. 😉


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